Der Ort Degerndorf unterscheidet sich in seiner Anlage von anderen, klischeenhaften bayrischen Dörfern, bei denen im Mittelpunkt um die Kirche das Wirtshaus und der Maibaum stehen.
In Degerndorf liegt die Kirche am nördlichen Ortsrand, ein historisches Wirtshaus gab es auch schon früher nicht. Das Dorf war in ein Unter- und Oberdorf gegliedert, aber es gibt keinen richtigen Dorfmittelpunkt.
An der Strassengabelung vor dem Anwesen "Glasenbauer" (heute Firma Holzer) [...] gab es einige Versuche einen Dorfmittelpunkt zu schaffen. [...] Einige Jahre später 1931 fand man in der Kiesgrube einen riesigen Findling. Am Stammtisch reifte der Entschluss diesen Stein an der Stelle des Brunnens als markanten Ortsmittelpunkt aufzustellen.
Im Januar 1933 holte man den Stein mit grosser Anstrengung der Beteiligten ins Dorf [...] und im April 1934 war die grosse Hebefeier des neuen Denkmals. Heute ist er durch Strassenbaumassnahmen wieder etwas beisite gerückt worden.
Folgende Inschrift ziert seitdem unseren Stein, der bald als Synonym für den Dorfmittelpunkt um die Bushaltestelle galt und deshalb auch noch heute als Treffpunkt dient:
"DEGERNDORF
Ort seit 721
Gemeinde von
1841 - 1978"
aus der Chronik Degerndorf, herausgegeben im Jahre 1997,
zusammengetragen und aufgeschrieben von Walter Holzer